Geschäftsbericht 2013

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Pensionsvermögen nach Ländern 2013
Einteilung der Anleihen nach Rating 2013

(15) Pensionsverpflichtungen

Charakterisierung der Pensionspläne

Mitarbeitern von in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften stehen Ansprüche aus beitrags- oder leistungsorientierten Versorgungsplänen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu. Diese weist je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern unterschiedliche Formen auf. Die Höhe der Versorgungsleistungen richtet sich grundsätzlich nach der Beschäftigungsdauer und den Bezügen der begünstigten Mitarbeiter. Die Details zu den Versorgungszusagen der Mitglieder des Vorstands sind im Vergütungsbericht aufgeführt.

Bei den leistungsorientierten Versorgungsplänen („Defined Benefit Plans“) werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Barwert der zukünftigen Verpflichtungen berechnet („Projected-Unit- Credit“-Methode). Bei diesem versicherungsmathematischen Verfahren werden auch künftige Lohn-, Gehalts- und Rententrends mit einbezogen.

Unsere Pensionszusagen umfassen insgesamt rund 67.600 Anspruchsberechtigte. Davon entfallen 28.300 auf aktive Mitarbeiter, 9.100 auf ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Ansprüchen und 30.200 auf Pensionäre. Die Mehrheit der Versorgungsempfänger der Pensionspläne befindet sich in Deutschland und den USA. Die Pensionsverpflichtungen werden überwiegend durch verschiedene externe Treuhandvermögen ausfinanziert, die von Henkel rechtlich unabhängig sind.

Aktive Mitarbeiter von Henkel in Deutschland nehmen an einer im Geschäftsjahr 2004 neu gestalteten, beitragsorientierten Versorgungsordnung „Altersversorgung 2004 (AV 2004)“ teil. Die AV 2004 ist eine arbeitgeberfinanzierte Versorgungszusage, die die persönliche Einkommensentwicklung der Mitarbeiter während ihres Henkel-Berufslebens widerspiegelt und somit eine leistungsgerechte Altersversorgung gewährleistet. Henkel gewährt auf die Unternehmensbeiträge eine Mindestverzinsung. Die Versorgungsleistung besteht grundsätzlich aus einer Rentenzahlung bei Erreichen der Regelaltersgrenze zuzüglich einer Kapitalzahlung, sofern die Rentenschwelle des Mitarbeiters in seiner aktiven Dienstzeit überschritten wird. Die zugesagten Leistungen beinhalten neben Alters- und Erwerbsminderungspensionen ebenfalls Witwen- und Witwerpensionen sowie Waisenpensionen.

Mitarbeiter, die nach dem 1. April 2011 in unser Unternehmen eingetreten sind, nehmen an der Versorgungsordnung „Altersversorgung 2011 (AV 2011)“ teil. Die AV 2011 ist eine arbeitgeberfinanzierte, fondsgebundene Versorgungszusage, die mit von der Einkommensentwicklung der Mitarbeiter abhängigen Beiträgen finanziert wird. Henkel sichert seinen Mitarbeitern zu, dass zum Rentenbeginn ein Kapital zur Verfügung steht, das mindestens der Höhe der von Henkel eingezahlten Kapitalbeiträge entspricht. Der Versorgungsbeitrag wird von Henkel in das für Zwecke der betrieblichen Altersversorgung eingerichtete Sondervermögen eingebracht. Bei Erreichen der Regelaltersgrenze können die Mitarbeiter zwischen einer lebenslangen Rente durch Übertragung des Alterskapitals in einen Pensionsfonds oder einer Einmalzahlung wählen.

Um die Pensionsansprüche der Mitarbeiter und Pensionäre der Henkel AG & Co. KGaAKGaA
Abkürzung für: Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die KGaA ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person), bei der mindestens ein Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt haftet (persönlich haftender Gesellschafter). Die übrigen Gesellschafter sind an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften (Kommanditaktionäre).
auf privatrechtlicher Basis gegen Insolvenz zu sichern, haben wir die Mittel aus der im Jahr 2005 begebenen Anleihe sowie weitere Vermögenswerte auf den Henkel Trust e.V. übertragen. Der Treuhänder investiert die ihm übertragenen Barmittel am Kapitalmarkt nach Maßgabe der im Treuhandvertrag vereinbarten Anlagegrundsätze. Darüber hinaus bezuschussen wir medizinische Leistungen für pensionierte Mitarbeiter, die im Wesentlichen in den USA ansässig sind. Im Rahmen dieser Programme wird den Pensionären ein bestimmter Prozentsatz der erstattungsfähigen medizinischen Aufwendungen gewährt. Wir bilden über die aktive Dienstzeit der begünstigten Mitarbeiter Rückstellungen und zahlen die zugesagten Leistungen bei Inanspruchnahme aus.

Die beitragsorientierten Versorgungspläne („Defined Contribution Plans“) sind so ausgestaltet, dass das Unternehmen Beiträge an öffentliche oder private Einrichtungen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen oder auf freiwilliger Basis zahlt, ohne mit der Zahlung eine weitere Leistungsverpflichtung gegenüber den Arbeitnehmern einzugehen. Die Beiträge für die beitragsorientierten Versorgungspläne ohne Multi-Employer-Plans belaufen sich für das Berichtsjahr auf 85 Mio Euro (Vorjahr: 90 Mio Euro). Im Jahr 2013 haben wir an die öffentlichen Einrichtungen 46 Mio Euro (Vorjahr: 48 Mio Euro) bezahlt und an die privaten Einrichtungen 39 Mio Euro (Vorjahr: 42 Mio Euro).

Im Geschäftsjahr 2013 erhöhten sich die gezahlten Versorgungsleistungen aus dem PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
in den USA von –45 Mio Euro auf –149 Mio Euro. Dieser Effekt resultiert aus der vorgezogenen Auszahlung von Leistungen an ehemalige Mitarbeiter in den USA.

Multi-Employer-Plans

Henkel gewährt leistungsorientierte Pensionszusagen, die von mehr als einem Arbeitgeber finanziert werden. Die folgenden Multi-Employer-Plans werden wie beitragsorientierte Versorgungspläne behandelt, da für eine leistungsorientierte Bilanzierung aufgrund der geringen Anteile am Beitragsvolumen der Pläne keine ausreichenden Informationen für die jeweiligen finanzierenden Unternehmen bereitgestellt werden können. Im Henkel-Konzern stehen den Mitarbeitern im Wesentlichen in den USA und Japan Leistungen aus Multi-Employer-Plans zu. Bei einem kurzfristigen Austritt aus unseren Multi-Employer-Plans würde ein einmaliger Aufwand von rund 25 Mio Euro entstehen.

Die wichtigsten Angaben zu unseren wesentlichen Multi-Employer-Plans stellen wir wie folgt dar:

Übersicht Multi-Employer-Plans zum 31.12.2013
Land in Mio EuroAnteil des Beitrags-
volumens am Plan
DeckungsgradBeiträgeErwartete Beiträge 2014
USA0,20 % 48 % 1,0 1,0
Japan0,44 % 75 % 0,5 0,5
Japan1,67 % 82 % 0,5 0,5
Japan7,13 % 81 % 0,2 0,2
 

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Annahmen

Die Verpflichtungen aus unseren Pensionsplänen werden konzernweit von einem externen unabhängigen Aktuar zum Ende des Geschäftsjahres bewertet. Den Berechnungen zum Geschäftsjahresende liegen die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde. Diese werden als das gewichtete Mittel dargestellt. Die zugrunde gelegten Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf publizierten Statistiken und Erfahrungswerten in jedem Land. In Deutschland basieren die Annahmen auf der Sterbetabelle „Heubeck 2005G“. In den USA liegt die Sterbetabelle „RP 2000 projected to 2030“ den Annahmen zugrunde. Dabei wurde für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen in Deutschland im Wesentlichen ein Rententrend von
2 Prozent (Vorjahr: 2 Prozent) unterstellt.

Der Diskontierungszinssatz wird auf der Grundlage von Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für hochrangige Unternehmensanleihen am Markt erzielt werden. Währung und Laufzeit der zugrunde gelegten Anleihen stimmen mit der Währung und den voraussichtlichen Fristigkeiten der nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu erfüllenden Pensionsverpflichtung überein.

Versicherungsmathematische Annahmen

in Prozent
Deutschland
USA
Andere Länder 1
2012 2013 2012 2013 2012 2013
Diskontierungszinssatz 3,00 3,00 3,80 4,90 4,20 3,50
Einkommensentwicklung 3,25 3,25 4,25 4,25 3,00 3,25
Erwartete Kostensteigerung für medizinische Leistungen 8,00 7,50 6,30 3,00
in Jahren            
Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren zum Bewertungsstichtag für eine heute            
65-jährige Person 20,6 20,8 20,0 21,0 22,9 23,5
40-jährige Person 23,7 24,0 20,0 21,0 25,2 26,0

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Die Vorjahreswerte sind angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised, siehe hier.

Anwartschaftsbarwert der Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2012
in Mio Euro Deutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2012 2.269 1.169 846 4.284
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –20 –20
Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) 418 89 115 622
Davon: aufgrund von Veränderungen bei demografischen Annahmen1
Davon: aufgrund von Veränderungen bei finanziellen Annahmen 413 84 109 606
Davon: aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen 5 5 6 16
Dienstzeitaufwand 37 19 27 83
Arbeitnehmerbeiträge zu Pensionsfonds 1 1
Gewinne (–)/Verluste (+) aus Beendigung und Kürzungen von Plänen –15 –15
Zinsaufwand 96 50 35 181
 Gezahlte Versorgungsleistungen aus dem Pensionsvermögen/aus Erstattungsansprüchen –36 –54 –53 –143
Zahlungen des Arbeitgebers für Pensionsverpflichtungen –104 –26 –13 –143
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (+)/Ertrag (–) 4 –1 –3 –3
Endbestand 31.12.2012 2.684 1.226 940 4.850
Davon: nicht durch Fonds gedeckte Verpflichtungen
100 298 103 501
Davon: durch Fonds gedeckte Verpflichtungen
2.584 821 837 4.242
Davon: durch Erstattungsansprüche gedeckte Verpflichtungen
107 107

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Marktwert des Pensionsvermögens zum 31.12.2012
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.20121.9337286423.303
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen–16 4–12
Beiträge des Arbeitgebers zu Pensionsfonds2358047362
Arbeitnehmerbeiträge11
Gezahlte Versorgungsleistung aus dem Pensionsvermögen–36–45 –53 –134
Zinserträge aus Pensionsvermögen882724139
Planverwaltungskosten
Erfolgsneutrale Neubewertung1534840241
Endbestand 31.12.20122.3738227053.900

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Marktwert der Erstattungsansprüche zum 31.12.2012
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2012 84 84
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –2 –2
Beiträge des Arbeitgebers 6 6
Arbeitnehmerbeiträge
Gezahlte Versorgungsleistung aus dem Pensionsvermögen –9 –9
Zinserträge aus Pensionsvermögen 4 4
Erfolgsneutrale Neubewertung 6 6
Endbestand 31.12.2012 89 89

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Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2012
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2012 336 446 216 998
Erfolgswirksam erfasst      
Dienstzeitaufwand 37 19 27 83
Gewinne (–)/Verluste (+) aus Beendigung und Kürzungen von Plänen –15 –15
Planverwaltungskosten1
Zinsaufwand 8 19 11  38
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst
Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) 418 89 115 622
Zinserträge aus Pensionsvermögen –153 –48 –40 –241
Zinserträge aus Erstattungsansprüchen –6 –6
Veränderung der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) –7 –7
Andere erfolgsneutrale Vorgänge        
Zahlungen des Arbeitgebers –339 –112 –60 –511
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –2 –4 –6
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand1 4 –1 –3
Veränderung der Auswirkung der Vermögensbegrenzung einschließlich Erstattungsansprüche 5 5
Bilanzierte Rückstellung 31.12.2012 311 409 240 960

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Anwartschaftsbarwert der Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2013
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2013 2.684 1.226 940 4.850
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –38 –25 –63
Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) 1 –109 11 –97
Davon: aufgrund von Veränderungen bei demografischen Annahmen 23 23
Davon: aufgrund von Veränderungen bei finanziellen Annahmen 2 –120 13 –105
Davon: aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen –1 –12 –2 –15
Dienstzeitaufwand 44 19 30 93
Arbeitnehmerbeiträge zu Pensionsfonds 3 2 5
Gewinne (–)/Verluste (+) aus Beendigung und Kürzungen von Plänen –1 –1
Zinsaufwand 78 44 30 152
Gezahlte Versorgungsleistungen aus dem Pensionsvermögen/aus Erstattungsansprüchen –118 –156 –41 –315
Zahlungen des Arbeitgebers für Pensionsverpflichtungen –18 –24 –13 –55
Endbestand 31.12.2013 2.674 962 933 4.569
Davon: nicht durch Fonds gedeckte Verpflichtungen 83 267 103 453
Davon: durch Fonds gedeckte Verpflichtungen 2.591 648 830 4.069
Davon: durch Erstattungsansprüche gedeckte Verpflichtungen 47 47

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Marktwert des Pensionsvermögens zum 31.12.2013
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2013 2.373 822 705 3.900
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –30 –16 –46
Beiträge des Arbeitgebers zu Pensionsfonds 28 34 62
Arbeitnehmerbeiträge 3 2 5
Gezahlte Versorgungsleistung aus dem Pensionsvermögen –118 – 149 – 41 –308
Zinserträge aus Pensionsvermögen 72 29 23 124
Planverwaltungskosten – 3 –3
Erfolgsneutrale Neubewertung 57 –21 –18 18
Endbestand 31.12.2013 2.415 648 689 3.752

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Marktwert der Erstattungsansprüche zum 31.12.2013
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2013 89 89
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –4 –4
Beiträge des Arbeitgebers 8 8
Arbeitnehmerbeiträge
Gezahlte Versorgungsleistung aus Erstattungsansprüchen –7 –7
Zinserträge aus Pensionsvermögen 4 4
Erfolgsneutrale Neubewertung 6 6
Endbestand 31.12.2013 96 96

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Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2013
in Mio EuroDeutschland USA Andere Länder Gesamt
Anfangsbestand 1.1.2013 311 409 240 960
Erfolgswirksam erfasst      
Dienstzeitaufwand 44 19 30 93
Gewinne (–)/Verluste (+) aus Beendigung und Kürzungen von Plänen –1 –1
Planverwaltungskosten 3 3
Zinsaufwand 6 11 7 24
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst        
Versicherungsmathematische Gewinne (–) / Verluste (+) 1 –109 11 –97
Zinserträge aus Pensionsvermögen –57 21 18 –18
Zinserträge aus Erstattungsansprüchen –6 –6
Veränderung der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) –2 –2
Andere erfolgsneutrale Vorgänge        
Zahlungen des Arbeitgebers –46 –32 –47 –125
Veränderungen Konsolidierungskreis
Währungsänderungen –4 –9 –13
Veränderung Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –5 1 –4
Veränderung der Auswirkung der Vermögensbegrenzung einschließlich Erstattungsansprüche 7 –1 6
Bilanzierte Rückstellung 31.12.2013 259 314 247 820

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Unsere Pensionszusagen umfassen insgesamt 67.600 Anspruchsberechtigte. Von dem gesamten Anwartschaftsbarwert (Defined Benefit Obligation – DBO) entfielen:

     

  • 1.572 Mio Euro auf aktive Mitarbeiter,
  •  

  • 676 Mio Euro auf ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Pensionsansprüchen und
  •  

  • 2.321 Mio Euro auf Pensionäre.
  •  

Die durchschnittliche gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt für Deutschland 14 Jahre, für die USA neun Jahre und für die anderen Länder 20 Jahre.

In der Überleitung auf die Nettoschuld berücksichtigen wir Beträge, die aufgrund ihrer Vermögenswertabgrenzung nicht angesetzt werden. Übersteigt der Marktwert des Pensionsvermögens die Verpflichtung aus der Pensionszusage, wird ein Aktivposten nur ausgewiesen, sofern das bilanzierende Unternehmen auch einen wirtschaftlichen Nutzen aus diesen Vermögenswerten ziehen kann, zum Beispiel in Form von Rückflüssen oder künftigen Beitragsermäßigungen („Asset Ceiling“ gemäß IAS 19.58 ff.). Im Berichtszeitraum weisen wir einen Betrag in Höhe von 0 Mio Euro aus (Vorjahr: 2 Mio Euro).

Innerhalb unserer Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung werden die Dienstzeitaufwendungen auf Basis der Umsatzkosten den jeweiligen Kostenzeilen zugeordnet. Lediglich der Saldo aus Zinsaufwendungen für den Anwartschaftsbarwert und Zinserträgen für das PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
wird im Zinsergebnis ausgewiesen. Sämtliche Gewinne/Verluste aus Beendigungen und Kürzungen von Plänen wurden in den Sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen erfasst. Beiträge des Arbeitgebers für staatliche Altersversorgung sind als „Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung“ unter Textziffer 32, enthalten. Im Jahr 2013 betrug die Dotierung des Pensionsvermögens 62 Mio Euro (Vorjahr: 362 Mio Euro).

Bei den auf einen Teil der Pensionsverpflichtungen in den USA entfallenden Erstattungsansprüchen handelt es sich um Vermögenswerte, die nicht die Definition eines Pensionsvermögens im Sinn von IAS 19 erfüllen.

Die ausgewiesenen Erstattungsansprüche stehen dem Konzern zur Verfügung, um die Ausgaben zur Erfüllung der jeweiligen Pensionsverpflichtungen zu decken. In der Bilanz sind die Erstattungsansprüche und die jeweiligen Pensionsverpflichtungen gemäß IAS 19 unsaldiert auszuweisen.

Im Geschäftsjahr 2014 werden erwartungsgemäß 30 Mio Euro in Pensionspläne eingezahlt.

Zusammensetzung des Pensionsvermögens
31.12.2012 31.12.2013
in Mio Euro Quotierung auf
aktiven Märkten
Keine
Quotierung
auf aktiven
Märkten
Summe Quotierung auf
aktiven Märkten
Keine
Quotierung
auf aktiven
Märkten
Summe
Aktien 896 896 1.038 1.038
Europa 358 358 454 454
USA 156 156 167 167
Sonstige 382 382 417 417
Anleihen und
Sicherungsinstrumente
2.455 –96 2.359 2.410 –11 2.399
Staatsanleihen 747 747 739 739
Unternehmensanleihen 1.708 1.708 1.671 1.671
Derivate –96 –96 –11 –11
Alternative Investments 56 184 240 3 151 154
Barvermögen 214 214 71 71
Verbindlichkeiten1 –20 –20 –120 –120
Andere
Vermögenswerte
211 211 210 210
Gesamt 3.470 430 3.900 3.451 301 3.752

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Die Anlagestrategie der globalen PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
basiert auf dem Ziel der langfristigen Sicherung der Pensionszahlungen. Dies wird durch ein ganzheitliches Risikomanagement unter Berücksichtigung der Vermögens- und Verpflichtungsbestände der leistungsorientierten Pensionspläne sichergestellt. Henkel verfolgt zur Erreichung des Anlageziels einen Liability-Driven-Investment (LDI)-Ansatz. Dieser Ansatz berücksichtigt die Struktur der Pensionsverpflichtungen und steuert die Deckungsquote der Pensionspläne. Zur Verbesserung dieser Quote investiert Henkel das PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
in ein diversifiziertes Portfolio, dessen erwartete Rendite langfristig oberhalb der Zinskosten der Pensionsverpflichtungen liegt.

Um die Risiken aus Gehaltstrends und Langlebigkeit abzudecken und die Deckungslücke zwischen PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
und Pensionsverpflichtungen langfristig zu schließen, investieren wir als Beimischung in ein sogenanntes Return-Enhancing- Portfolio. Es enthält Anlageklassen wie Aktien, Private Equity, Rohstoffe und Immobilien. Grundsätzlich wird die Ziel-Portfolio- Struktur des Pensionsvermögens in Asset-Liability-Studien festgelegt. Diese Studien werden regelmäßig mithilfe von externen Beratern durchgeführt, die Henkel bei der Anlage des Pensionsvermögens unterstützen. Sie untersuchen die tatsächliche Portfolio-Struktur unter Berücksichtigung der aktuellen Kapitalmarktbedingungen, der Anlagegrundsätze und der Verpflichtungsstruktur und können zu Portfolioanpassungen führen.

Die erwartete langfristige Rendite für das einzelne PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
wird aus der Ziel-Portfolio-Struktur und den erwarteten langfristigen Renditen für die einzelnen Anlageklassen abgeleitet.

Wesentliche PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
werden in Deutschland und den USA von externen Vermögensverwaltern betreut. Alle diese Länder verfolgen die genannten Investitionsstrategien und werden zentral überwacht. Ende 2013 ist in den Anderen Vermögenswerten des Pensionsvermögens der Barwert einer langfristigen Forderung in Höhe von 47 Mio Euro (Vorjahr: 47 Mio Euro) enthalten, die ein von der Henkel AG & Co. KGaAKGaA
Abkürzung für: Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die KGaA ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person), bei der mindestens ein Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt haftet (persönlich haftender Gesellschafter). Die übrigen Gesellschafter sind an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften (Kommanditaktionäre).
bestelltes Erbbaurecht betrifft und von dieser an den Henkel Trust e.V. abgetreten worden ist. Darüber hinaus ist hier eine Forderung zur Freistellung von Pensionsverpflichtungen gegenüber der BASF Personal Care & Nutrition GmbH (ehemals Cognis GmbH) in Höhe von 132 Mio Euro (Vorjahr: 140 Mio Euro) ausgewiesen. Diese Forderung entspricht ihrem Nominalwert, der dem Marktpreis entspricht. Im Berichtsjahr, wie auch im Vorjahr, hielten wir bezogen auf das PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
keine direkten Investments sowie keine eigenen Aktien im Portfolio.

Risiken der Pensionsverpflichtungen

Das interne Pensionsrisiko-Management überwacht die Risiken aller Pensionspläne konzernweit unter Einhaltung der lokalen gesetzlichen Bestimmungen. Im Rahmen der Überwachung werden Richtlinien über die Steuerung und das Risikomanagement erlassen und stetig weiterentwickelt, die im Wesentlichen auf die Ausfinanzierung, Portfoliostruktur und versicherungsmathematischen Annahmen abzielen. Die Finanzierungsstrategie innerhalb des Konzerns verfolgt das Ziel, eine 90- bis 100-prozentige Deckung des Anwartschaftsbarwerts der fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen durch das PensionsvermögenPensionsvermögen
Das Pensionsvermögen entspricht per Definition des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ dem Planvermögen.
zu gewährleisten. Die Beitragszahlungen und Investmentstrategien sollen eine nahezu vollständige Deckung der Pläne über die Duration der Pensionsverpflichtungen sicherstellen.

Die Pensionsverpflichtungen von Henkel sind verschiedenen Marktrisiken ausgesetzt. Diesen Risiken wird durch den Grad der Ausfinanzierung sowie Ausgestaltung der Pensionszusagen entgegengewirkt. Die Risiken beziehen sich hierbei im Wesentlichen auf Änderungen in den Marktzinsen, der Inflation, der Langlebigkeit sowie auf allgemeine Marktschwankungen. Bei den auf vertraglichen Regelungen basierenden Versorgungsverpflichtungen in Deutschland handelt es sich zum größten Teil um lebenslange Rentenleistungen, die im Fall der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden.

Um den Risiken aus der Zahlung von lebenslangen Leistungen sowie der Inflation entgegenzuwirken, wurden die Pensionszusagen seit 2004 schrittweise auf sogenannte Bausteinzusagen mit einer Verrentungsoption umgestellt. Dabei wurde zunächst die Zusage in einen Renten- und Kapitalteil aufgeteilt. Neu eintretende Mitarbeiter erhalten seit 2011 eine Zusage, die primär auf Kapitalleistungen abstellt. Grundsätzlich können die Kapitalleistungen über einen Pensionsfonds auch als Rente ausgezahlt werden. Alle Zusagen in Deutschland werden über ein für Zwecke der betrieblichen Altersversorgung eingerichtetes Sondervermögen (Vorsorgefonds) ausfinanziert. Die Leistungen für Neueintritte seit 2011 sowie für einen Teil der seit 2004 erdienten Ansprüche sind an die Wertentwicklung dieses Sondervermögens gekoppelt, was zu einer Reduzierung des unternehmerischen Gesamtrisikos führt. Die genannten Anpassungen innerhalb der Versorgungsstruktur führen zu einer Abnahme des finanziellen Risikos aus den Versorgungszusagen in Deutschland. Durch die Kopplung der Zusage an die Kapitalanlagen werden zudem die Nettorisiken weitgehend eliminiert. Eine Steigerung der langfristigen Inflationsannahme würde sich vornehmlich auf den erwarteten Rententrend und die erwartete Steigerung der pensionsfähigen Gehälter auswirken.

Die Pensionsverpflichtungen in den USA basieren im Wesentlichen auf drei Versorgungszusagen, die allesamt für Neueintritte geschlossen sind. Neu eingestellte Mitarbeiter erhalten hierbei Versorgungszusagen im Rahmen eines Beitragsplans („Defined Contribution Plan“). Die Pensionszusagen haben grundsätzlich eine Kapitaloption, von der in der Regel Gebrauch gemacht wird. Bei einer Rentenleistung wird die Höhe der einmal gewährten Renten auf Basis aktueller Marktzinsen ermittelt. Daraus resultiert, dass Effekte aus einer Änderung des Rechnungszinses im Vergleich zu Pensionszusagen mit lebenslangen Leistungen niedrig sind. Darüber hinaus werden in den USA einmal gezahlte Renten der Höhe nach nicht angepasst, wodurch während der Rentenzahlperiode keine direkten Risiken aus anstehenden Rentenanpassungen entstehen. Die Inflationsrisiken resultieren daher hauptsächlich aus den gewährten Gehaltsanpassungen.

Neben den dargestellten Risiken aus Pensionsverpflichtungen ergeben sich spezielle Risiken aus Multi-Employer-Plans. Im Wesentlichen betrifft das im Henkel-Konzern die USA. Die Beiträge zu diesen Plänen werden im Rahmen eines Umlageverfahrens auf Basis der pensionsfähigen Gehälter der aktiven Belegschaft erhoben. Zudem können Sanierungsbeiträge zur Schließung von Deckungslücken erhoben werden. Die Risiken aus solchen Plänen bestehen im Wesentlichen aus zukünftig höheren Beiträgen für das Schließen von Deckungslücken oder durch den Wegfall anderer beitragspflichtiger Unternehmen.

Die Auswirkungen von Annahmenänderungen der medizinischen Leistungen an Arbeitnehmer und Pensionäre in den USA stellen wir in der Übersicht unserer Sensitivitäten dar.

Die Analyse unserer konzernweiten Pensionsverpflichtungen ergab keine außergewöhnlichen Risiken.

Kapitalfluss und Sensitivitäten

In den kommenden fünf Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen die folgenden Zahlungen erwartet:

Zukünftige Auszahlungen für Versorgungsleistungen
in Mio Euro Deutschland USA Andere Länder Gesamt
2014 142 105 31 278
2015 132 84 30 246
2016 131 82 30 243
2017 130 80 29 239
2018 130 79 31 240
 

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Die zukünftige Höhe des Finanzierungsstatus und damit der Pensionsverpflichtungen ist unter anderem abhängig von der Entwicklung des Abzinsungsfaktors. Der Anteil der in Deutschland und den USA ansässigen Gesellschaften an unseren Pensionsverpflichtungen beträgt 80 Prozent. In den Pensions­- verpflichtungen für leistungsorientierte Zusagen unserer Tochter­gesellschaften in den USA werden die medizinischen Kosten für Mitarbeiter, die nach deren Eintritt in den Ruhestand anfallen, ebenfalls ausgewiesen. Für die medizinischen Kosten wurde eine Steigerungsrate von 7,5 Prozent (Vorjahr: 8,0 Prozent) zugrunde gelegt. Wir erwarten, dass sich diese Steigerungsrate schrittweise bis zum Jahr 2028 auf 4,5 Prozent (Vorjahr: 5,0 Pro­zent bis zum Jahr 2018) reduziert. Die Auswirkungen einer Änderung wesentlicher versicherungsmathematischer Annah­men auf den Anwartschaftsbarwert stellen sich wie folgt dar:

Sensitivitäten – Anwartschaftsbarwert zum 31.12.2013
in Mio Euro Deutschland USA Andere Länder Gesamt
Anwartschaftsbarwert der Verpflichtung 2.674 962 933 4.569
bei
Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 0,5 pp 2.496 927 849 4.272
Verminderung des Diskontierungszinssatzes um 0,5 pp 2.862 1.002 1.029 4.893
Erhöhung der zukünftigen Gehaltssteigerung um 0,5 pp 2.675 967 955 4.597
Verminderung der zukünftigen Gehaltssteigerung um 0,5 pp 2.673 958 911 4.542
Erhöhung des Rententrends um 0,5 pp 2.810 962 990 4.762
Verminderung des Rententrends um 0,5 pp 2.547 962 883 4.392
Erhöhung der medizinischen Kosten um 0,5 pp 2.674 966 934 4.574
Verminderung der medizinischen Kosten um 0,5 pp 2.674 960 932 4.566
pp = Prozentpunkte

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Eine Verlängerung der Lebenserwartung in Deutschland um ein Jahr würde zu einer Erhöhung des Anwartschaftsbarwerts um 4 Prozent führen. In den USA würde dieser Effekt geringer ausfallen, da ein wesentlicher Teil der Pensionspläne auf Kapitalleistungen beruht.

Bei den dargestellten Sensitivitäten ist zu berücksichtigen, dass aufgrund finanzmathematischer Effekte die prozentuale Veränderung nicht linear verläuft beziehungsweise verlaufen muss. Daher reagieren die prozentualen Erhöhungen und Verminderungen nicht mit dem gleichen Absolutbetrag. Jede Sensitivität wird unabhängig berechnet und unterliegt keiner Szenariobetrachtung.