Geschäftsbericht 2013

Risiko- und Chancenbericht

Darstellung der wesentlichen Risikofelder

In der Darstellung der Risiken sind die jeweiligen Maßnahmen zur Risikobegrenzung berücksichtigt (Nettobetrachtung).

Übersicht der wesentlichen Risikofelder
Risikoart Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkung
Operative Risiken
Beschaffungsmarktrisiken Niedrig Wesentlich
Produktionsrisiken Moderat Moderat
Umfeld- und Branchenrisiken Hoch Wesentlich
Funktionale Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Ausfallrisiko Niedrig Wesentlich
Liquiditätsrisiko Niedrig Unwesentlich
Währungsrisiko Hoch Wesentlich
Zinsrisiko Moderat Unwesentlich
Risiken aus Pensionsverpflichtungen Niedrig Wesentlich
Rechtliche Risiken Niedrig Wesentlich
IT-Risiken  Niedrig Wesentlich
Personalrisiken Hoch Unwesentlich
Risiken in Verbindung mit Markenimage oder
Ruf des Unternehmens
Niedrig Wesentlich
Umwelt- und Sicherheitsrisiken Niedrig Wesentlich
Unternehmensstrategische Risiken Moderat Moderat

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Bewertungskategorien der Risiken in aufsteigender Reihenfolge
Eintrittswahrscheinlichkeit  
Niedrig 1 – 9 %
Moderat 10 – 24 %
Hoch ≥ 25 %
Mögliche finanzielle Auswirkung  
Unwesentlich 1 – 49 Mio Euro
Moderat 50 – 99 Mio Euro
Wesentlich ≥ 100 Mio Euro

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Operative Risiken

Beschaffungsmarktrisiken
Risikobeschreibung: Auf unseren Beschaffungsmärkten gehen wir für das Jahr 2014 davon aus, dass die Preise moderat ansteigen werden. Aufgrund von geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten erwarten wir auch innerhalb des Jahres 2014 Schwankungen. Infolge dieser Unsicherheiten in Bezug auf die Rohstoffpreisentwicklung, die nicht immer vollständig weitergegeben werden können, sehen wir gegenüber dem prognostizierten Anstieg zusätzliche Risiken bei wichtigen Rohstoffen und Verpackungsmaterialien mit Auswirkung auf unsere Ertragslage. Die Segmente im Industriegüterbereich sind von diesen Preisrisiken stärker betroffen als die einzelnen Segmente im Konsumgüterbereich. Aufgrund von möglichen nachfrage- oder produktionstechnisch bedingten Engpässen in den Beschaffungsmärkten bestehen zusätzliche Preis- und Lieferrisiken. Vor allem anhaltende Unruhen in der Region Afrika/Nahost können diesbezüglich zu steigenden Materialpreisen und Lieferengpässen führen.

Maßnahmen: Die getroffenen Maßnahmen beinhalten eine aktive Steuerung des Lieferantenportfolios durch unser global operierendes, bereichsübergreifendes Einkaufsmanagement und den Einsatz von Strategien zur Preis- und Volumenabsicherung sowohl über Verträge als auch – wo sinnvoll und möglich – mithilfe von finanziellen Sicherungsinstrumenten. (Informationen zu den Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten zur Absicherung finden Sie im Konzernanhang bei der Berichterstattung zu Finanzinstrumenten.) Weiterhin arbeiten wir mit interdisziplinären Teams in der Forschung und Entwicklung, im Supply-Chain-Management und im Einkauf an alternativen Rezepturen und Verpackungen, um auf unvorhergesehene Schwankungen bei Rohstoffpreisen flexibel reagieren zu können. Zudem achten wir darauf, nicht von einzelnen Lieferanten abhängig zu werden, um die von uns benötigten Güter und Dienstleistungen jederzeit beschaffen zu können. Eine außerordentlich wichtige Rolle in unserem Risikomanagement nimmt schließlich die enge Zusammenarbeit mit unseren strategischen Lieferanten ein. Auf die Risikobewertung von Lieferanten im Hinblick auf ihre finanzielle Stabilität gehen wir im Kapitel Beschaffung näher ein. Die Basis für das Risikomanagement liefert ein umfassendes Einkaufsinformationssystem. Es soll die permanente Transparenz über unser Einkaufsvolumen sicherstellen.

Auswirkung: Mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.

Risikobeschreibung: Risiken im Produktionsbereich bestehen für Henkel im Fall von zu niedriger Kapazitätsauslastung aufgrund von Volumenrückgängen sowie im Fall von ungeplanten Betriebsunterbrechungen, insbesondere bei sogenannten Single-Source-Standorten.

Maßnahmen: Die negativen Auswirkungen möglicher Produktionsausfälle können wir durch flexible Produktionssteuerung auffangen und durch Versicherungsverträge – soweit wirtschaftlich sinnvoll – absichern. Hohe Mitarbeiterqualifikation, klar definierte Sicherheitsstandards und die regelmäßige Wartung der Anlagen minimieren solche Produktionsrisiken. Entscheidungen über Investitionen in Sachanlagen richten sich nach festgelegten und differenzierten Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozessen. Sie beziehen alle relevanten Fachgebiete ein und sind in einer internen Richtlinie geregelt. Dabei analysieren wir Investitionen im Vorfeld detailliert auf Risikoaspekte. Projektbegleitende Prüfungen dienen als Grundlage für die Projektsteuerung und Risikoreduzierung.

Auswirkung: Mit einer als moderat eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von moderaten Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.

Umfeld- und Branchenrisiken
Risikobeschreibung: Vor dem Hintergrund der unsicheren geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung sind wir weiteren Umfeldrisiken ausgesetzt. Dabei stellt für den Industriebereich insbesondere eine verschlechterte makroökonomische Entwicklung ein Risiko dar. Für die Segmente im Konsumgüterbereich ist vor allem eine Verschlechterung des Konsumklimas relevant. Bei anhaltender Schulden- und Finanzkrise wären hiervon insbesondere unsere Märkte in den südeuropäischen Ländern betroffen. Ein weiteres zentrales Risiko ergibt sich aus der zunehmenden Intensivierung des Wettbewerbs, da dieser zu einem Anstieg des Preis- und Promotionsdrucks im Konsumgüterbereich führen könnte. Die weiter fortschreitende Konsolidierung im Handel und der wachsende Anteil von Handelsmarken können den Verdrängungswettbewerb im Konsumgüterbereich weiter verstärken. Darüber hinaus betrifft das hierin enthaltene Risiko der Produktsubstitution grundsätzlich alle Unternehmensbereiche.

Maßnahmen: Unser Fokus liegt auf einer kontinuierlichen Stärkung unserer Marken (siehe gesonderte Risikobeschreibung hier) und der konsequenten Entwicklung von Innovationen. Innovative Produkte erachten wir als wesentlichen Erfolgsfaktor unseres Unternehmens, mit dem wir uns von Wettbewerbern abgrenzen. Darüber hinaus führen wir gezielte Marketing- und Vertriebsmaßnahmen durch, beispielsweise in Werbung oder Promotionsaktivitäten. Zudem können wir auf mögliche Umsatzrückgänge kurzfristig mit einer flexiblen Produktionssteuerung reagieren.

Auswirkung: Mit einer als hoch eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ergebnisprognose aus.

Funktionale Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken
Risikobeschreibung: Henkel ist finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken, Zinsrisiken und Risiken aus Pensionsverpflichtungen ausgesetzt.

Die Beschreibungen zum Ausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Zins- und Währungsrisiko finden Sie im Konzernanhang unter der Textziffer 21 sowie zu den Risiken aus Pensionsverpflichtungen.

Maßnahmen: Risikobegrenzende Maßnahmen und das Management dieser Risiken sind ebenfalls im Konzernanhang auf den genannten Seiten beschrieben.

Auswirkungen: Die finanzwirtschaftlichen Risiken stufen wir wie folgt ein:

     

  • das Ausfallrisiko mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose;
  •  

  • das Liquiditätsrisiko mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit von unwesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose;
  •  

  • das Währungsrisiko mit einer als hoch eingestuften Wahrscheinlichkeit von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose;
  •  

  • das Zinsrisiko mit einer als moderat eingestuften Wahrscheinlichkeit von unwesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose;
  •  

  • die Risiken aus Pensionsverpflichtungen mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose, jedoch mit einer als hoch eingestuften Wahrscheinlichkeit von wesentlichen Auswirkungen auf unser Eigenkapital.
  •  

Rechtliche und regulatorische Risiken
Risikobeschreibung: Als weltweit tätiges Unternehmen unterliegen wir im Rahmen unserer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einer Reihe von Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten und anderen, auch behördlichen Verfahren, an denen wir zurzeit beteiligt sind oder in Zukunft beteiligt sein könnten. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Produktfehler, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Schutzrechtsverletzungen, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz und Altlasten. Wir können nicht ausschließen, dass in bestehenden Verfahren für uns negative Entscheidungen ergehen und weitere Verfahren eröffnet werden.

Unser Geschäft unterliegt den jeweiligen nationalen Vorschriften sowie – im Rahmen der Europäischen Union (EU) – zunehmend auch harmonisierten, europaweit geltenden Regelungen. Darüber hinaus bestehen in einigen Teilbereichen Auflagen aus Genehmigungsbescheiden oder Erlaubnissen. Im Rahmen der Herstellung der Produkte unterliegen wir insbesondere Vorschriften in Bezug auf Registrierung, Evaluierung, Verwendung, Lagerung, Transport und Handhabung bestimmter Substanzen sowie in Bezug auf Emissionen, Abwässer und Abfälle. Für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen sind rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen – einschließlich Vorschriften über die Sanierung von Altlasten – zu beachten. Verstöße gegen solche Regularien können entsprechende Verfahren auslösen beziehungsweise unsere künftige Geschäftstätigkeit beeinträchtigen.

Maßnahmen: Unsere internen Standards, Leitlinien, Verhaltensanweisungen und Schulungsmaßnahmen sollen gewährleisten, dass die regulatorischen Anforderungen eingehalten werden und beispielsweise die Produktionsanlagen und Produkte sicher sind. Diese Vorgaben setzen wir auch im Rahmen unserer Managementsysteme um und überprüfen sie regelmäßig. ComplianceCompliance
Englisch für: Handeln in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften (Einhalten von Gesetzen, Recht und unternehmensinternen Richtlinien).
im Sinn des Einhaltens von Gesetzen und Richtlinien ist integraler Bestandteil unserer Geschäftsprozesse. Dazu gehört auch, relevante rechtliche und regulatorische Anforderungen und Veränderungen frühzeitig zu beobachten und zu bewerten. Henkel hat eine unternehmensweite ComplianceCompliance
Englisch für: Handeln in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften (Einhalten von Gesetzen, Recht und unternehmensinternen Richtlinien).
-Organisation mit lokal beziehungsweise regional verantwortlichen ComplianceCompliance
Englisch für: Handeln in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften (Einhalten von Gesetzen, Recht und unternehmensinternen Richtlinien).
Officers eingerichtet, die vom General Counsel & Chief ComplianceCompliance
Englisch für: Handeln in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften (Einhalten von Gesetzen, Recht und unternehmensinternen Richtlinien).
Officer mit weltweiter Zuständigkeit geführt wird (zu Details siehe den Bericht zur Corporate Governance / Unternehmensführung). Ferner steht unsere zentrale Rechtsabteilung in ständigem Kontakt mit lokalen Anwälten; laufende Verfahren und potenzielle Risiken werden in einem gesonderten Berichtssystem erfasst. Für bestimmte rechtliche Risiken haben wir branchenübliche Versicherungen abgeschlossen, die wir als angemessen ansehen. Eine Prognose von Verfahrensergebnissen ist jedoch vor allem in solchen Fällen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, in denen die Anspruchsteller substanzielle oder unbestimmte Schadensersatzansprüche geltend machen. Im Hinblick darauf können wir keine Vorhersage darüber treffen, welche Verpflichtungen sich aus einem solchen Verfahren eventuell ergeben könnten. Daher können aus Rechtsstreitigkeiten und Verfahren auch eventuell wesentliche Verluste entstehen, die nicht durch unseren Versicherungsschutz oder durch Rückstellungen abgedeckt sind.

Auswirkung: Mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.

Ergänzende Informationen zu ausgewählten Verfahren: Henkel ist in Verfahren verschiedener Kartellbehörden in Europa einbezogen. Der Grund sind Verstöße, die teilweise mehr als zehn Jahre zurückliegen. In allen Verfahren hat Henkel mit den zuständigen Behörden kooperiert. Die Europäische Kommission hat am 13. April 2011 gegen mehrere internationale Waschmittelhersteller Bußgelder verhängt. Ursache waren Verstöße in verschiedenen Ländern in Westeuropa im Zeitraum 2002 bis Anfang 2005, die bei internen ComplianceCompliance
Englisch für: Handeln in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften (Einhalten von Gesetzen, Recht und unternehmensinternen Richtlinien).
Audits von Henkel im Jahr 2008 festgestellt wurden. Henkel hatte daraufhin unmittelbar die zuständigen Behörden informiert und maßgeblich zur Aufklärung des Sachverhalts beigetragen. Gegen Henkel wurde aufgrund der umfassenden Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission kein Bußgeld verhängt.

Am 8. Dezember 2011 hat die französische Kartellbehörde gegen mehrere internationale Waschmittelhersteller aufgrund von Verstößen in Frankreich in einem Zeitraum von 1997 bis 2004 Bußgelder in der Gesamthöhe von rund 360 Mio Euro verhängt. Henkel wurde mit einem Bußgeld in Höhe von rund 92 Mio Euro belegt. Wir haben das Bußgeld gezahlt und gegen die Entscheidung der französischen Behörde Klage eingereicht. Nach unserer Ansicht und der Ansicht der uns beratenden Anwälte ist die Entscheidung der französischen Behörde rechtlich nicht zutreffend. So haben wir während des gesamten Prozesses umfangreich mit den zuständigen Behörden kooperiert und aufgrund unserer eigenen unternehmensinternen Untersuchungen wesentliche Informationen geliefert, die dazu beigetragen hatten, den relevanten Sachverhalt in Frankreich nachzuweisen. Zudem haben wir als erstes Unternehmen die europäische Dimension des Falls offengelegt. Nach unserer Auffassung steht der Fall in Frankreich in direktem Zusammenhang mit den von der Europäischen Kommission am 13. April 2011 geahndeten Verstößen bei Vollwaschmitteln in verschiedenen westeuropäischen Ländern - einschließlich Frankreichs -, für die uns volle Bußgeldfreiheit gewährt wurde. Dem würde es widersprechen, wenn diese Verstöße seitens der französischen Behörde uns gegenüber separat geahndet werden könnten.

Neben anderen Handelsunternehmen und Herstellern ist Henkel in Belgien in ein Kartellverfahren im Bereich von Konsumgüterartikeln (Kosmetik- und Waschmittelartikel) involviert, das Verstöße im Zeitraum 2004 bis Anfang 2007 betrifft. Das Verfahren bezieht sich auf eine mögliche Abstimmung zwischen verschiedenen belgischen Einzelhandelsunternehmen betreffend die Erhöhung von Verbraucherpreisen (unter anderem für Produkte aus dem Henkel-Sortiment) unter Beteiligung von Henkel. Henkel ist ein entsprechendes Beschuldigtenschreiben zugegangen; eine abschließende Einschätzung zum Verfahrensausgang und zur Höhe eines etwaigen Bußgelds ist zurzeit nicht möglich.

Informationstechnische Risiken
Risikobeschreibung: Informationstechnologie ist von strategischer Bedeutung für Henkel. Unsere Geschäftsprozesse hängen in hohem Maß von IT-Diensten, Applikationen, Netzwerken und Infrastruktursystemen ab. Wesentliche Risiken sind für uns der Ausfall oder die Störung kritischer IT-Dienste sowie der Verlust vertraulicher Daten. Ein Ausfall von Computernetzwerken oder eine Störung wichtiger IT-Anwendungen kann dazu führen, dass entscheidende Geschäftsprozesse beeinträchtigt werden. Durch den Verlust vertraulicher Daten, beispielsweise von Rezepturen, Kundendaten oder Preislisten, könnten Wettbewerber Vorteile erlangen. Henkels Reputation könnte dabei ebenfalls geschädigt werden.

Maßnahmen: Die Informationssicherheitsstrategie von Henkel richtet sich nach den internationalen Normen ISO 27001 und 27002. Wesentliche Bestandteile sind die Klassifizierung von Informationen, Geschäftsprozessen, IT-Applikationen sowie IT-Infrastrukturen nach Vertraulichkeit, Verfügbarkeit, Integrität und Datenschutzanforderungen sowie Maßnahmen zur Risikovermeidung.

Unsere kritischen Geschäftsprozesse werden auf redundant ausgelegten Hochverfügbarkeitssystemen betrieben, Datensicherungsverfahren entsprechen dem Stand der Technik. Wir überprüfen regelmäßig unsere Restore- und Disaster-Recovery- Prozesse. Unsere Systeme entwickeln wir nach bewährten Projektmanagement- und Programmänderungsverfahren weiter.

Zutritt zu Gebäuden und Räumlichkeiten mit IT-Systemen, Zugang zu Computernetzwerken und Anwendungen sowie Zugriffsberechtigungen zu unseren Informationssystemen sind grundsätzlich auf das Mindestmaß beschränkt. In wesentlichen Geschäftsprozessen werden erforderliche Funktionstrennungen („Segregation of Duties“) technisch erzwungen.

Unsere Netzwerke sind, soweit wirtschaftlich sinnvoll, gegen unbefugten Zugriff von außen geschützt. Betriebssysteme und Antivirensoftware werden ständig automatisch auf dem aktuellen Stand gehalten.

Wir informieren und unterweisen unsere Mitarbeiter im Rahmen ihrer Arbeitsaufgaben in der sicheren und ordnungsgemäßen Nutzung von Informationssystemen.

Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen wird laufend von unserer Konzernrevision, anderen internen Einheiten sowie unabhängigen Dritten überprüft.

Auswirkung: Mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.

Personalrisiken
Risikobeschreibung: Die Leistungsbereitschaft und die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter stellen einen zentralen Treiber des wirtschaftlichen Erfolgs von Henkel dar. Daher ist es strategisch wichtig, hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren und langfristig an unser Unternehmen zu binden. Bei der Auswahl und Einstellung von Talenten stehen wir im weltweiten Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte; und wir spüren die Auswirkungen des demografischen Wandels in vielen unserer Märkte.

Maßnahmen: Mit gezielter Mitarbeiterförderung und Anreizsystemen wirken wir dem Risiko entgegen, wertvolle Mitarbeiter zu verlieren. Dafür sorgen ein fundierter, jährlicher Evaluierungsprozess, darauf individuell ausgerichtete und zukunftsfähige Qualifizierungsmöglichkeiten sowie leistungsbezogene Vergütungssysteme. Ein weiterer Schwerpunkt der Personalarbeit liegt auf einem weltweiten Gesundheitsmanagement und der Mitarbeiterberatung in verschiedenen Lebensphasen.

Dem Risiko der Nichtgewinnung der relevanten Fach- und Führungskräfte begegnet Henkel durch den kontinuierlichen Ausbau der Employer-Branding- Initiativen und eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit Hochschulen in allen Regionen, in denen wir tätig sind. Verstärkt wird unsere Attraktivität als Arbeitgeber durch eine fokussierte Nachwuchsförderung und spezielle Entwicklungsprogramme.

Weitergehende Informationen zu unseren Mitarbeitern finden Sie hier.

Auswirkung: Mit einer als hoch eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von unwesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.

Risiken in Verbindung mit Markenimage oder Ruf des Unternehmens
Risikobeschreibung: Als globales Unternehmen ist Henkel dem Risiko ausgesetzt, im Fall negativer medialer Berichterstattung – auch in sozialen Medien – über die Unternehmensmarke Henkel oder einzelne Produktmarken, insbesondere der Segmente im Konsumgüterbereich, Imageschaden zu nehmen. Dies kann unter Umständen auch zu Umsatzeinbußen führen.

Maßnahmen: Diesen Risiken begegnen wir mit den unter den rechtlichen und regulatorischen Risiken dargestellten Maßnahmen (siehe hier) sowie einer aktiven Kommunikationsarbeit. So soll zum einen gewährleistet sein, dass unsere Produktionsanlagen und Produkte sicher sind. Zum anderen stärken wir durch unsere aktive Kommunikationsarbeit die Unternehmensmarke und unsere Produktmarken. Diese Maßnahmen werden durch ein globales Kommunikationsnetzwerk sowie internationale und lokale Krisenmanagementsysteme mit regelmäßigen Trainings und Ablaufplänen unterstützt.

Auswirkung: Mit einer als niedrig eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ergebnisprognose aus.

Umwelt- und Sicherheitsrisiken
Risikobeschreibung: Henkel ist ein globales, produzierendes Unternehmen und damit Risiken im Bereich Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Sozialstandards ausgesetzt, die zu möglichen Schäden an Menschen, Gütern und Reputation führen könnten. Bodenkontaminationen und damit verbundene Sanierungskosten sowie Leckagen oder anderes technisches Versagen können direkte Kosten für das Unternehmen hervorrufen. Darüber hinaus können in diesem Zusammenhang durch Strafen, Schadensersatzforderungen oder Reputationsschaden weitere indirekte Kosten entstehen.

Maßnahmen: Wir wirken diesen Risiken mit den bei den rechtlichen und regulatorischen Risiken beschriebenen Maßnahmen (siehe hier) sowie mit Auditierungen, Beratungen und Schulungen entgegen. Diese vorbeugenden Maßnahmen aktualisieren wir stetig und sichern dadurch den Fortbestand von Anlagen, Sachwerten und Reputation. Durch die Einhaltung hoher technischer Standards und unserer Verhaltensregeln sowie durch die Umsetzung der relevanten rechtlichen Vorgaben sorgen wir für den Erhalt unserer Güter und Werte.

Auswirkung: Mit einer als moderat eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von wesentlichen Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.

Unternehmensstrategische Risiken
Risikobeschreibung: Diese können daraus resultieren, dass möglicherweise die Erwartungen, die wir in interne Projekte sowie in Akquisitionen und strategische Kooperationen gesetzt haben, nicht erfüllt werden. Die dabei getätigten Investitionen können sich möglicherweise nicht amortisieren. Des Weiteren können einzelne Projekte durch nicht vorhersehbare Ereignisse verzögert oder sogar gestoppt werden.

Maßnahmen: Wir begegnen diesen Risiken mit einem umfassenden Projektmanagement. Der Begrenzung dieser Risiken dienen insbesondere Wirtschaftlichkeitsberechnungen in der Prüfungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsphase durch unsere Fachabteilungen, gegebenenfalls unter Einbindung externer Berater. Projekttransparenz und -steuerung werden durch unsere Steuerungssysteme unterstützt.

Auswirkung: Mit einer als moderat eingestuften Wahrscheinlichkeit gehen wir von moderaten Auswirkungen auf unsere Ergebnisprognose aus.