Geschäftsbericht 2013

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Überblick:
Moderate Entwicklung bei anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft1 ist 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur moderat gewachsen. Weltweit verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von etwa 2 Prozent. Während die reifen Märkte das Vorjahresniveau nur leicht um etwa 1 Prozent übertrafen, erzielten die Wachstumsmärkte einen Anstieg von etwa 4 Prozent. Diese Entwicklung ist weiterhin gekennzeichnet durch die anhaltende Heterogenität der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, die Unsicherheit über die Fiskalpolitik in den USA sowie die Abschwächung des Wachstums in den Wachstumsmärkten.

Verlauf im Jahr 2013:
Stärkeres zweites Halbjahr

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Verlauf des Berichtsjahres verbessert. Die Wirtschaftsleistung erholte sich vor allem im zweiten Halbjahr – beeinflusst durch eine Verbesserung in Deutschland, in den USA und in Japan.

Industrie und Konsum:
Industrie mit moderatem Zuwachs

Die Industrieproduktion legte mit etwa 3 Prozent nur etwas stärker zu als der private Konsum, der um rund 2 Prozent zunahm. Während besonders die exportabhängigen Industrien moderate Zuwächse verzeichneten, war die Entwicklung in konsumnahen Branchen äußerst verhalten.

Regionen:
Reife Märkte moderat, Wachstumsmärkte robust

Die nordamerikanische Wirtschaft ist im Gesamtjahr ebenso wie Japans Wirtschaft moderat um rund 2 Prozent gewachsen. Während das Wachstum der Wirtschaft Westeuropas insgesamt aufgrund der rezessiven wirtschaftlichen Entwicklung insbesondere in einigen südeuropäischen Ländern nur leicht positiv war, konnte in Deutschland exportgetrieben und aufgrund der niedrigen Arbeitslosigkeit ein Wirtschaftswachstum von etwa 0,5 Prozent erreicht werden. Die Wachstumsmärkte Asien (ohne Japan), Lateinamerika und Afrika/Nahost verzeichneten ein vergleichsweise robustes Wirtschaftswachstum, das jedoch unter den Wachstumsraten der Vorjahre lag. Die Region Asien (ohne Japan) erhöhte ihre Wirtschaftsleistung um etwa 5 Prozent, getragen insbesondere von China. Lateinamerika verzeichnete ein Wachstum von etwa 2,5 Prozent und Afrika/Nahost von etwa 3 Prozent. Hingegen hat sich das Wirtschaftswachstum in Osteuropa vor allem auch aufgrund einer geringeren Nachfrage aus Westeuropa auf etwa 1 Prozent abgekühlt.

Direkte Materialien:
Auf Vorjahresniveau

Insgesamt lagen die Preise für von uns extern beschaffte Materialien und Leistungen (direkte Materialien) auf dem Niveau des Vorjahres. Die Preise für Rohstoffe lagen im Jahresdurchschnitt 2013 leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Auch im Jahr 2013 war die Entwicklung der Preise für Vorrohstoffe, die zur Herstellung der direkten Materialien benötigt werden, durch Schwankungen gekennzeichnet. Das Bild war regional und nach Vorrohstoffart unterschiedlich. Demgegenüber stiegen die Preise für Verpackungen und bezogene Waren leicht an.

Währungen:
Abwertung gegenüber dem Euro

Im Jahresdurchschnitt werteten der US-Dollar und für Henkel wichtige Währungen in den Wachstumsmärkten gegenüber dem Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab. Die Entwicklung des US-Dollars im Jahresverlauf war allerdings nicht eindeutig: Zu Jahresbeginn stieg der Euro kontinuierlich an und notierte Ende Januar zeitweise bei 1,36 US-Dollar. Zur Jahresmitte tendierte der Euro kontinuierlich schwächer bei Werten um 1,30 US-Dollar, bevor er zum Jahresende knapp unter 1,38 US-Dollar schloss.

Die Entwicklung anderer für Henkel wichtiger Währungen gegenüber dem Euro stellt nachfolgende Tabelle dar:

Durchschnittskurse gegenüber dem Euro
2012 2013
Chinesischer Yuan 8,10 8,16
Mexikanischer Peso 16,90 16,97
Russischer Rubel 39,93 42,34
Türkische Lira 2,31 2,53
US-Dollar 1,28 1,33

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Inflation:
Moderate Entwicklung des weltweiten Preisniveaus

Die Inflation lag weltweit bei rund 3 Prozent. Während der Anstieg der Verbraucherpreise in den reifen Märkten im Vergleich zum Vorjahr rückläufig war, erhöhten sich die Verbraucherpreise in den Wachstumsmärkten gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt fiel die Entwicklung in den einzelnen Regionen und Ländern unterschiedlich aus. In Nordamerika und in Westeuropa – und hier auch in Deutschland – ist die Inflation zurückgegangen. In Osteuropa und Asien war die Preisentwicklung leicht steigend, während sie in Lateinamerika und Afrika/Nahost merklich gestiegen ist.

Arbeitslosigkeit:
Weltweit auf dem Niveau des Jahres 2012

Weltweit lag die Arbeitslosigkeit mit etwa 7 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Während sich die Arbeitslosenquote in Nordamerika mit etwa 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserte, stieg die Arbeitslosigkeit in Westeuropa auf etwa 10 Prozent an. In Deutschland lag die Arbeitslosenquote unverändert zum Vorjahr bei rund 7 Prozent. In Osteuropa blieb die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr konstant, während sie sich in Asien und Lateinamerika leicht verbesserte.

Branchenentwicklung:
Verhaltener Anstieg des weltweiten Konsums

Der Anstieg der privaten Konsumausgaben blieb mit rund 2 Prozent verhalten. In den reifen Märkten gaben die Konsumenten im Berichtsjahr sogar nur rund 1 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Die Verbraucher in Nordamerika haben ihre Ausgaben um etwa 2 Prozent gesteigert. In Westeuropa blieben die Konsumausgaben bedingt durch die Schuldenkrisen auf dem Vorjahresniveau, während Deutschland um etwa 1 Prozent zulegte. Konsumfreudiger zeigten sich die Wachstumsmärkte mit einem Plus von etwa 4 Prozent.

Industrie mit moderatem Wachstum

Die Industrieproduktion expandierte mit einem moderaten Zuwachs von etwa 3 Prozent auch im Jahr 2013 leicht schneller als die Gesamtwirtschaft. Wachstumstreiber waren 2013 die exportabhängigen Branchen wie die Elektronikbranche, die Metallverarbeitung sowie der Transportsektor.

Die Industrieproduktion hat sich regional unterschiedlich entwickelt. Während das verarbeitende Gewerbe in Nordamerika mit etwa 2 Prozent expandierte, lag die Wachstumsrate in Osteuropa unter dem Vorjahresniveau. In Westeuropa waren die Industrien getrieben durch die Schuldenkrise sogar rückläufig. Lateinamerika verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Erholung mit einem Wachstum von rund 1 Prozent. Asien zeigte im Jahr 2013 ähnliche Steigerungen wie im Vorjahr in Höhe von etwa 6 Prozent.

Die für Henkel wichtige Abnehmerbranche Transportindustrie konnte ihre Produktion um etwa 3 Prozent ausweiten. Die Produktion der Elektronikbranche erhöhte sich um rund 4 Prozent. Innerhalb der Elektronikbranche entwickelte sich der Markt für Basisprodukte wie Halbleiter und Halbleiterplatten schwächer und zeigte ein nur moderates Wachstum. Ein konstantes Wachstum im Vergleich zu 2012 wurde in der Metallindustrie erzielt, die um rund 3 Prozent expandierte. Äußerst verhalten war die Entwicklung in konsumnahen Branchen wie der globalen Verpackungsindustrie, die mit den Branchen Nahrungsmittel, Getränke sowie Papier und Druck nur geringfügig wuchs. Die Produktion im Baugewerbe ist im Jahr 2013 um rund 3 Prozent gestiegen.

1

Quelle für die Daten der Weltwirtschaft, Industrie & Konsum: Feri EuroRating Services, Januar 2014.